MXGP Lommel (BEL)

Henry Jacobi kämpft und punktet im Tiefsand!

Am vergangenen Wochenende stand mit dem Sandklassiker im belgischen Lommel eines der physisch härtesten Rennen der Motocross-WM für das Team STC Racing Husqvarna an. Beim schwersten Sandrennen der Welt benötigten die GP-Piloten nicht nur Technik und Speed, sondern auch enorme Härte und Kampfkraft, um sich bei tropischen Temperaturen im Kampf gegen die berühmten tiefen Wellen in ‘Lommelwood’ durchzusetzen. Für den Thüringer Henry Jacobi (21) war der Wochenendausflug nach Belgien eine echte Herausforderung, die er am Ende mit Bravour meisterte.

Doch zunächst begann das Abenteuer Lommel am Freitag mit Stress und Hektik. Das Team um Team-Manager und Chefmechaniker Colin Streubel arbeitete trotz der enormen Hitze bis tief in die Nacht am Motorrad des Bad Sulzaers. Für das Qualifying der MX2-Klasse am Samstag musste man aber schliesslich doch auf das Ersatzmotorrad zurückgreifen. Das ging leider nur in der Anfangsphase des Rennens gut, in Runde 4 musste Henry Jacobi die Qualifikation mit Motorschaden beenden. Damit war die Chance auf einen optimalen Startplatz für die Finalrennen dahin und den Rest des Samstags wurde erneut getüftelt, ausgetauscht und geschraubt.

Als am Sonntag das erste Rennen nach dem Mittag vor mehr als 20 000 Fans startete, bewies Henry wieder einmal seine enorme Qualität am Gatter. Der Thüringer stach von ganz außen in die Startkurve und war ausgangs der Kurve wie erhofft unter den besten 15 Piloten. Nach der heißen Startphase lieferte sich der Husky-Pilot ein spektakuläres, aber immer faires Duell gegen seinen Kumpel Hunter Lawrence. Für die Zuschauer ein wahrer Leckerbissen, schenkten sich beide nichts. Henry Jacobi setzte sich schließlich durch und fuhr auf einem sicheren 10. Platz dem Ziel entgegen. Bis in der Schlussphase dem vor ihm platzierten Kontrahenten die Luft ausging und Henry plötzlich die Chance auf Rang 9 witterte. Das Überholmanöver ging schief, Henry verlor das Vorderrad und knickte in einer Welle ein. Was für ein Pech! Trotzdem gelang es unserer Nr.1, schnell wieder in das Rennen zurückzukommen und im Ziel stand Rang 13 zu Buche.

 

Auch der Start zu Lauf 2 verlief für Henry Jacobi perfekt, erneut kam er sich in der erweiterten Spitzengruppe aus der Startkurve. Die folgenden Runden zeigte Henry cleveres Racing und sortierte sich auf dem zehnten Platz ein. Doch das Unheil nahte nicht zum ersten Mal in der laufenden Saison in Gestalt des Weltmeisters Pauls Jonass. In der verflixten 7. Runde tauchte der Titelverteidiger am Hinterrad des Thüringers auf, passierte Jacobi unnötig aggressiv und brachte ihn damit zu Fall. Damit war eigentlich das Rennen von Henry zu Ende, doch der Kampfgeist siegte. Mit einer tollen Moral kämpfte er sich durch die verbleibenden Runden und schaffte es dadurch im Ziel tatsächlich noch auf Rang 17 in die Punkte! In der Tageswertung wurde er damit 15ter und in der WM-Tabelle bleibt es bei Rang 9.

 

Nun folgt erst einmal eine wohlverdiente Pause für das Team und Henry Jacobi bis zum nächsten Renneinsatz beim Schweiz-GP in Frauenfeld am 19. August.

 

Für die anderen Piloten unseres Teams Michael Docherty (MX1), Justin Trache (EMX 125) und den Spanier Joan David Rosell Romero (EMX 250) erwies sich die mörderische Sandstrecke als zu anspruchsvoll. Das Trio blieb in Lommel punktlos bzw. qualifizierte sich nicht für die Finalrennen.